jana dillo

Sinar_Jana_Pola_klein


Ich wurde im Schwarzwald mit einer Phobie vor weißen Blättern geboren. Diese wollte sich nicht legen, aber es gab die Fotografie – die Bilder füllten sich nun von selbst. Was mit Tierbildern anfing wuchs zu einem großen Interesse heran. So besuchte ich ein Berufskolleg für Foto und Medien und absolvierte die Fachhochschulreife in Gestaltung um gleichzeitig die Gesellenprüfung zur Fotografin abzulegen.

Seit einigen Jahren zieht ich gegen Geld digitale Linien von Gebäuden gerade.

Vom Fotoleben vereinnahmt sind auch eigene Projekte an der Tagesordnung und haben den Alltag übernommen. Die Konstanten sind dabei die analogen Materialien, denn die Ausprägungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Von abstrakten Materialexperimenten zu ruhigen Architekturdetails. Dennoch gibt es etwas, was mich besonders fesselt. Es sind Linien und morbide Strukturen.


Meine Motivation mich mit der Kunst zu beschäftigen entspringt aus meiner Beschäftigung mit der Fotografie. Durch eine beinahe klassische Ausbildung zur Fotografin habe ich mich beruflich schon viel mit dem erstrebten „perfekten“ Bild beschäftigt. Die Abbildung der doch so vermeintlichen Realität, welche der Fotografie anhängt, stelle ich jedoch immer mehr in Frage. So versuche ich meine „richtigen“ Fotografien so abstrakt und grafisch wie möglich zu halten, fern dem allgemeinen Nutzen und ohne konkreten Inhalt. Außnahmen inklusive.

Ausgehend von diesen Fotografien, welche in einem analogen Prozess in der Dunkelkammer entstanden, lernte ich die Chemie sowie Physik und ihre durchaus wunderlichen Eigenschaften für mich zu nutzen. Diese verschiedensten Eigenschaften der jeweiligen Materialitäten in der analogen Fotografie faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Es ist mein Drang die Eigenschaften dieser Materialien und Eigenschaften auszureizen und meist nicht ihrem ursprünglichen Prozess entsprechend zu nutzen.


Karlsruhe, 2018